Netzwerken für Autoren
Persönlich liebe ich den Austausch mit anderen Autoren. Ich finde es sehr spannend, wenn sie mir von ihrer Arbeit berichten oder wenn wir in den Austausch gehen. Allerdings habe ich auch schon die Tücken wahrgenommen, die einen hinterrücks anfallen, wenn man nicht aufpasst.
Vereinsarbeit
Netzwerken lohnt sich nur, wenn du den Kontakt suchst, der zu dir passt.
Ende 2024 erfuhr ich von einer befreundeten Autorin von einem Verein, der genau für mich geeignet sein sollte. Ich schaute mir die Internetseite dazu an, las mir die Satzung durch und musste ihr letztlich zustimmen. Es wäre die perfekte Gelegenheit, um dort berufliche Kontakte zu knüpfen.
Damals hatte ich schon meine Riverstar-Rudel-Reihe und den ersten Band der Silberhaarwald-Reihe veröffentlicht. Trotzdem stiegen in mir Zweifel auf, als ich den Aufnahmebogen ausfüllte. Ich war schließlich „nur“ Selfpublisher, keine angesehene Verlagsautorin.
Ich schickte den Bogen dennoch ab, bekam innerhalb einer Woche die Annahme und war plötzlich auch schon Vollmitglied im PAN-Verein. Ein Verein, der Autoren zusammenbringt, die sich in der fantastischen Szene bewegen. Mit dem Pseudonym Sophia Beli, die Gestaltwandler, Hexen und magische Orte beschreibt, war ich da wohl auch irgendwie richtig.
Auf der Seite richtete ich meine Autorenseite ein und fand mich bald in einem Slack wieder, dessen Sinn mir vorerst nicht ganz erschloss.
Im Juni 2025 wagte ich mich dann auch zu meinem ersten Stammtisch für die Umgebung. Aber nur mit Herzklopfen und jeder Menge Unsicherheit im Gepäck. Aber das war nicht mein letzter Besuch dort.
Sonst verhielt ich mich eher zurückhaltend, las die Nachrichten und auch sonst war ich zwar ein zahlendes Mitglied, aber doch eher passiv dabei.
Im November des gleichen Jahres schrieb mich dann ein Vorstandsmitglied des Vereins ein, ob ich mir vorstellen könnte, eine Lesungsreihe in der Nähe zu begleiten. Zögerlich stimmte ich zu einem Gespräch zu. Nach ein paar E-Mails, einigen Überlegungen, stimmte ich schlussendlich zu.
Seither organisiere ich im Hintergrund die „Verwunschene Nacht“ auf der Burg Linn in Krefeld. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt nie eine Lesung besucht hatte, schrieb ich es mir auf die Fahne, die ersten Lesungen vor Ort zu besuchen.
Obwohl sich das Ambiente im Rittersaal, mit den Ritterrüstungen und den wunderschönen Fenstern hervorragend für Lesungen von fantastischen Büchern eignet, sind meine bisherigen drei Lesungen nicht gerade zahlreich besucht.
Klar, ich war vorher auch nie auf einer Lesung. Heute kann ich aber sagen, wie viel Freude so ein Abend dort macht. Autoren so nah zu kommen, mit ihnen zu lachen und sich mit ihnen über ihre Arbeit auszutauschen, ist wirklich eine wahre Freude und mit 8 EUR für die Zeit von 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr auch ein angemessener Preis.
Stammtisch
Meinen Autorenstammtisch für den Raum Düsseldorf fand ich ebenfalls über den PAN-Verein. Wie oben bereits erwähnt, war ich mächtig aufgeregt, als ich zum ersten Mal dorthin ging.
Grundsätzlich bin ich aber ein Mensch, der mehr aus persönlichen Kontakten zieht, als sich „nur“ online zu verbinden. Dabei weiß ich nicht einmal, woran es liegt. Vermutlich fehlen mir die Gesten und das Gefühl, mit echten Menschen zusammen zu sein. Ich brauche den direkten Kontakt.
Vielleicht habe ich aus diesem Grund den Social-Media-Plattformen den Rücken gekehrt. Obwohl ich natürlich merke, dass der meiste Austausch zwischen Autoren immer noch digital geschieht. Aber das steht natürlich auf einem anderen Blatt.
Mein erster Besuch beim Stammtisch war im Juni 2025. Die Autoren, die ich dort kennengelernt habe, bereichern mittlerweile mein Leben auf ganz wunderbare Weise. Unter ihnen spüre ich nicht diese Missgunst, die sonst manchmal mitschwingt.
Wir teilen unser Wissen miteinander. Jemand erzählt von einer Ausschreibung, ein anderer berichtet, von seinem Verlagsvertrag und ein anderer engagiert sich bei einem lokalen Event. Wir haben sogar eine Poetry-Slam Texterin in unserer Runde. Die Mischung macht diese Treffen immer so spannend und ist daher auch so wichtig, um berufliche Kontakte aufzubauen.
Natürlich trifft man auch Gestalten, mit denen man nicht ganz kompatibel ist. Solange sie aber zur Minderheit zählen, ist für mich alles in Ordnung. Wir gefallen schließlich auch nicht allen Menschen.
Aber der Austausch und diese Treffen sind für mich persönlich auch so wichtig, weil sie einem neue Impulse geben, über die man bisher nicht nachgedacht hat. Daher sind diese Treffen für mich auch immer mehr als Small Talk. Sie entfalten ihre Magie in der Stille danach.
Daher zählt für mich auch das gute Gefühl, als wichtigster Indikator, ob ich mich noch auf dem richtigen Weg befinde. Solange es für mich überwiegt, bin ich gern ein Teil dieser Gemeinschaft, bin Cheerleader für andere oder auch Motivationscoach, wenn eine Absage eingetrudelt ist.
Denn irgendwie haben wir ja alle mit denselben Problemen zu kämpfen. Wir gehen alle durch die Täler, schnallen aber auch unsere Flügel an, wenn wir eine Zusage bekommen. Letztendlich verbindet uns alle der gleiche Traum.
Wenn das nicht unbezahlbar ist.
Freude
Das liest sich möglicherweise ein wenig übertrieben, aber so ist es nicht.
Klar, Freude spürt man immer sehr schnell.
Aber dieses feine Bauchgefühl, das zurückbleibt, wenn man von einem Treffen mit einem anderen Autor oder einer anderen Autorin zurückkommt; wenn man ein Telefonat beendet oder auch eine E-Mail im Postfach liest, überhört man so leicht.
Manchmal überhört man sie auch nicht, sondern redet sie einfach klein. Schließlich war das Treffen / das Telefonat / der Austausch per E-Mail doch inhaltlich wertvoll.
Trotzdem fühlst du dich leerer danach, schiebst die Antwort-Mail viel zu lange vor dich her.
Auch wenn es hart klingt, finde ich persönlich das Leben zu kurz für dieses Gefühl der Schwere.
Natürlich gehen wir alle mal durch Täler, wenn alles Mist ist und die Arbeit schwerer erscheint als sonst.
Aber was macht man, wenn die Täler und die damit einhergehende Schwere zum Dauerzustand werden? Wenn man keine Freude mehr empfindet, in den Austausch mit einzelnen Personen zu gehen? Ist es da egoistisch, wenn man den Kontakt abbricht oder zählt das bereits unter Selbstschutz?
Wir alle schreiben, haben aber auch noch ein anderes Leben.
Freude ist ein starkes Gefühl. Vianna kennt sich mit Gefühlen ein wenig besser aus. Wende dich gern an sie, falls du Fragen dazu hast: